Der Amazon Prime Day wird verlegt?! Super! Hier sind 5 Tipps, wie Sie davon profitieren können.

Hero image for Amazon Prime Day is moving, and here's how to exploit it

Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern (wenn man Bloomberg als „die Spatzen“ bezeichnen möchte): Der Amazon Prime Day soll 2026 von Juli auf Juni vorverlegt werden.  

Das bedeutet: Retail-Marketer, legt einen Gang zu bei euren Omnichannel-Kampagnen und seid bereit, eure Strategie schnell flexibel neu auszurichten. 

Als Kollegin im Bereich Growth Marketing verstehe ich, dass Sie sich durch die plötzliche Veränderung unter Druck gesetzt fühlen. Aber das muss so nicht sein – Ich habe ein kleines Paket mit Tipps für Sie geschnürt, damit Sie diese Umsatzchance bei Amazon optimal nutzen können. Außerdem habe ich konkrete Praxisbeispiele einiger führender Marken für Sie zusammengestellt: Home Depot, Arezzo & Co und Now Optics. 

Ach ja, und am Ende findet sich noch eine Checkliste zum Abhaken, damit alles noch einfacher wird. Kommen wir also zur Sache.

Wie sich Amazons Verschiebung auf Retail-Marketer auswirkt

Als dieser Artikel verfasst wurde, hatte Amazon noch keine offiziellen Termine für den Prime Day bekannt gegeben, daher steht noch nichts endgültig fest. Aber ehrlich gesagt wäre die Verlegung aus verschiedenen Gründen ein kluger Schachzug. Hier sind meine Gründe, warum ich die Verschiebung für wahrscheinlich halte: 

  • Juni ist ein strategisch günstiger Zeitpunkt, um von Einkäufen für die Sommerferien zu profitieren. Viele Einzelpersonen und Familien planen im Juni ihre Sommerreisen. Wenn das dafür vorgesehene Geld erst einmal ausgegeben ist, ist es weg. Vielleicht erhofft sich Amazon sogar, den Zeitpunkt im Juni mit Sonderangeboten für Urlaubsartikel wie Koffer, Bademode, Reiseführer usw. gewinnbringend nutzen zu können. 
  • Der Schritt würde einen Großteil der Konkurrenz aus dem Rennen werfen. Marketer, die auf den gewohnten Zeitplan im Juli vertrauen, könnten unvorbereitet erwischt werden und nicht in der Lage sein, mit umfassend konzipierten Gegenkampagnen zu reagieren. Prime Day heizt die Kaufbereitschaft an, aber Amazon will das ausgegebene Geld für sich behalten.

Das Ergebnis: Amazon wird einige Einzelhändler weit hinter sich lassen. Doch Sie haben jetzt die Chance, Schritt für Schritt mit dem Riesen mitzuhalten und ebenfalls die Konkurrenz abzuhängen. Sie müssen dafür sorgen, dass Ihre Marke mithilfe der folgenden Strategien zur richtigen Zeit mit der richtigen Nachricht präsent ist. 

Strategie 1: Kund*innen identifizieren, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer Abwanderung am Prime Day am höchsten ist

Beeilen Sie sich, greifen Sie schnell auf Ihre Kund*innendaten zu und nutzen Sie dabei das KI-Tool Ihrer Wahl.  

Ihre Aufgabe ist es nun, herauszufinden, wen Sie ansprechen müssen. Halten Sie Ausschau nach Schnäppchenjagenden, Kund*innen mit hohem Abwanderungsrisiko und Unentschlossenen, die einen kleinen Anstoß brauchen, um zum Erst- oder Zweitkauf zu kommen.

Zielgruppenanalyse – Schritt für Schritt:  

  1. Bewerten: Identifizieren und bewerten Sie Kund*innen anhand von Verhaltenssignalen wie Kaufaktualität und -häufigkeit, Kategorieaffinität, Preissensibilität und Kanalinteraktion.  
  2. Segmentieren: Identifizieren Sie Ihre Zielgruppensegmente. Diese hängen von der Marke und dem jeweiligen Geschäftsmodell ab, doch zu den wahrscheinlichen Zielgruppen zählen loyale Kund*innen, preisbewusste Kund*innen sowie Personen, die zum Erstkauf angeregt werden müssen.  
  3. Prognostizieren: Nutzen Sie prädiktive Churn-Modelle, um Kund*innen zu identifizieren, bei denen ein Abwanderungsrisiko besteht. 
  4. Weiter prognostizieren: Sagen Sie die nächste Kaufkategorie von Kund*innen voraus. Dabei sollten Sie besonders auf Ihre langjährige Kundschaft achten, bei der ein hohes Abwanderungsrisiko besteht. 
  5. Kontinuierlich weiter prognostizieren: Nutzen Sie KI-gestützte Modelle zur Produktaffinität, um vorherzusagen, welche Artikel einzelne Segmente am Prime Day voraussichtlich kaufen werden. 

Doch selbst wenn Sie glauben, Sie hätten bereits alle Vorhersagen getroffen, muss das nicht unbedingt der Fall sein. Im Folgenden erfahren Sie mehr!

Strategie 2: Kaufchancen erkennen und sich die Zustimmung (und das Budget!) der Führungsetage sichern

Kampagnenmaterial in aller Eile erstellen müssen. Glauben Sie mir, ich weiß, wie das ist.  

Mit Modellen zur Umsatzprognose können Sie Ihre Stakeholder schnell und überzeugend für Ihre Ideen gewinnen. Präsentieren Sie fundierte Argumente, warum genau Ihr Team das Budget verdient. Zeigen Sie auf, dass Sie das Geld benötigen, um Kund*innen am Prime Day gezielt anzusprechen und die Aufmerksamkeit wirkungsvoll auf Ihre Marke zu lenken.  

(Ein kleiner Tipp: Der KI-gestützte Report Builder von SAP Engagement Cloud kann Ihnen dabei helfen, schnell Erfolge zu erzielen.) 

Strategie 3: Alle Zielgruppen mit Omnichannel-Personalisierung abdecken

Eine einzige Massen-E-Mail an Ihren gesamten Kund*innenstamm reicht nicht aus – und, um ehrlich zu sein, reicht das schon lange nicht mehr aus. Denken Sie stattdessen darüber nach, kanalübergreifende Kampagnen zu orchestrieren und eine Customer Journey zu gestalten, bei der alle Wege zu Ihrer Marke führen.  

  1. Die Omnichannel Journey nahtlos vernetzen: Beginnen Sie schon vor dem Event damit, Kund*innen anzusprechen und Vorfreude zu wecken. Das Messaging sollte über alle Kanäle hinweg konsistent sein und sich sinnvoll ergänzen, damit ein nahtloses Kund*innenerlebnis entsteht. 
  2. Maßnahmen anhand von Prognosedaten ergreifen: Nutzen Sie Ihre Prognosen zur nächsten Kaufkategorie Ihrer Kund*innen, um E-Mails und Web Channel-Inhalte individuell anzupassen. 
  3. Individuelle Customer Journeys gestalten, die auf Ihre jeweiligen Segmente zugeschnitten sind: Setzen Sie auf Personalisierung! Verfolgen Sie unterschiedliche Ansätze für die einzelnen Segmente; manche sprechen auf kreative Kampagnen an, bei anderen stehen Angebote im Vordergrund. Kund*innen, bei denen die Gefahr einer Abwanderung besteht, sollten bereits vor dem eigentlichen Event in einen Re-Engagement Flow aufgenommen werden. Bieten Sie Mitgliedern Ihres Treueprogramms und VIP-Kund*innen 24 bis 48 Stunden vor dem Prime Day die Möglichkeit, bereits vorab zu shoppen.  
  4. SMS für die Kund*innenansprache am selben Tag nutzen: Dieser Kanal weist in Zeiten mit hohem E-Mail-Aufkommen eine höhere Öffnungsrate auf als E-Mails. Aktualität ist alles! 
  5. „Aufdringlich“ sein: Neben SMS sollten Sie während der Prime Day-Stunden auch Push-Benachrichtigungen für Nutzer*innen Ihrer App einplanen.  
  6. Aber nicht zu aufdringlich sein: Es wurde eine Conversion erzielt? Setzen Sie die Kampagne für diese Person aus. Gönnen Sie ihr einen Moment der Zufriedenheit und nutzen Sie die Kaufdaten später, um eine personalisierte Willkommenskampagne zu erstellen und zeitlich begrenzte Angebote zu unterbreiten. 

Wenn Sie eine erfolgreiche Strategie für die Hochsaison mit hohem Einsatz kennenlernen möchten, sollten Sie sich die Strategie von Now Optics ansehen. Mit ihrer jährlichen Back-to-School-Kampagne, die über E-Mail, SMS, das Internet und andere digitale Kanäle lief, landete die Brillenmarke einen Volltreffer und erzielte 5,8 Millionen Interaktionen. Das sind Zahlen, die sich wirklich sehen lassen können. 

Bewährte, personalisierte Kampagnen im Handumdrehen starten

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Strategie 4: In Echtzeit auf Kaufabsichtssignale reagieren

Oh nein, Ihre Kund*innen vergleichen Angebote! Wie werden Sie darauf reagieren? 

Jetzt bloß keine Zeit verlieren … oder wählen Sie den einfacheren Weg und richten Sie Ihre Echtzeit-Trigger-Architektur so ein, dass sie schnell für Sie reagiert. Ist Ihr Warenkorbabbruch-Trigger normalerweise auf 3 oder 4 Stunden eingestellt? Das ist zu langsam. Einkaufende, die am Prime Day Produkte vergleichen, brauchen vielleicht 15 bis 20 Minuten, um eine Entscheidung zu treffen.  

Nutzen Sie event-gesteuerte Automatisierung, um Ihre Trigger-Parameter während des Prime Day-Zeitraums anzupassen. Stellen Sie sich das wie eine Art Overlay für Ihre bestehenden Automatisierungen vor. 

Echtzeit-Signal

Denkweise von Kaufenden

Trigger-Anpassung

Warenkorbabbruch

Achtung! Die Person vergleicht gerade aktiv Preise!

Verkürzen Sie die Standardverzögerung auf 15 bis 20 Minuten für das Event.

Browse-Abbruch

Die Person sucht aktiv, ist aber noch nicht bereit, eine Kaufentscheidung zu treffen.

Aktivieren Sie Re-Engagement-Trigger ausschließlich für die 15 SKUs mit der höchsten Marge. (Achten Sie darauf, keinen Spam bei geringwertigen Triggern zu versenden.)

Preissensibilität

Die Person hat bereits Rabatte eingelöst und interessiert sich besonders für Ihre Sonderangebote.

Präsentieren Sie Ihr ein Angebot auf dem Kanal, auf dem diese Person aktiv ist (Web, Mobile, Conversational Messaging).

E-Mail-Öffnungen nach dem Browsen

Hohe Kaufabsicht! Die Person hat sich unter all den E-Mails in ihrer Inbox dafür entschieden, gerade Ihre E-Mail zu öffnen.

Verwenden Sie Echtzeit-Produktdaten, um die E-Mail dynamisch mit genau den Artikeln zu füllen, die angesehen wurden.

Conversion

Die Person hat einen Kauf getätigt, genießt gerade das gute Gefühl danach und möchte nicht gestört werden.

Entfernen Sie alle Kontakte, die eine Conversion durchgeführt haben, sofort aus den Trigger-Warteschlangen.

Dazu wieder ein Beispiel: Arezzo generierte automatisierte, zielgerichtete Produktempfehlungen basierend auf Signalen zur Kaufabsicht. Dank der Partnerschaft mit SAP Engagement Cloud gelang es Arezzo, den eigenen Black Friday-Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 37 % zu steigern. 

Strategie 5: Nach dem Event nachfassen, um neue loyale Kund*innen zu gewinnen

Wenn sich die Wogen geglättet haben, ist es an der Zeit, die eigentliche Wachstumsarbeit zu leisten: aus Transaktionskund*innen treue Markenfans zu machen. Sehen Sie es einmal so: Wenn Sie Ihre Prime Day-Kaufenden jetzt nicht pflegen, müssen Sie nächstes Jahr wieder Geld ausgeben, um sie erneut zu gewinnen.  

Verfügen Sie über ein Treuprogramm? Beginnen Sie folgendermaßen:  

  • Einladen: Laden Sie Ihre Prime Day-Kundschaft dazu ein, Ihrem Treueprogramm beizutreten, und zögern Sie nicht, sie mit Bonuspunkten zu locken.  
  • Erneut ansprechen: Geben Sie Mitgliedern Ihres Treueprogramms, die während des Prime Day inaktiv waren, Gründe, wieder zu Ihrer Marke zurückzukommen. Bieten Sie ihnen Möglichkeiten, wie Sie in die nächsthöhere Treuestufe aufsteigen können, und senden Sie ihnen Erinnerungen an ihre verfügbaren Treuepunkte. Binden Sie sie in ein langfristiges Nurturing-Programm ein, um Ihren Markenwert zu demonstrieren und durch progressives Profiling weitere Daten zu erfassen.  

Kein Treueprogramm? Kein Problem:  

  • Bewerten: Bewerten Sie Ihre neu gewonnene Kundschaft und segmentieren Sie sie anhand des prognostizierten Lifetime Value (LTV). Schenken Sie Kontakten mit hohem LTV besondere Aufmerksamkeit und behandeln Sie sie wie die VIPs, die sie sind – mit exklusiven Angeboten und Inhalten. 
  • Willkommen heißen: Egal, ob Sie ein Treueprogramm haben oder nicht – eine Willkommensserie ist ein Muss. Informieren Sie Neukund*innen über Ihre Markenwerte, geben Sie ihnen Tipps und Best Practices an die Hand und schaffen Sie ein Gefühl der Gemeinschaft und Zugehörigkeit.  
  • Vernetzen: Führen Sie Neukund*innen schrittweise an Ihre verschiedenen Kanäle heran und finden Sie dabei ihre Vorlieben heraus.  

Home Depot verfolgt eine erstklassige Strategie, um Erstkaufende anzusprechen und sie im Rahmen einer Willkommenskampagne zu begleiten. Die Marke nutzt progressives Profiling, um die Hobbys der Kund*innen, ihre Affinität zur Marke, Gründe für ihren Besuch bei Home Depot usw. zu ermitteln. 

Ihr strategischer Amazon Prime Day-Kalender für den Einzelhandel

Ich weiß zwar nicht, wie es Ihnen geht, aber ich finde vorgefertigte Marketingkalender sehr praktisch, wenn es darum geht, einen Plan zusammenzustellen.  

Heute bis Mai: Überprüfen Sie Ihre Kund*innendaten, erstellen Sie Zielgruppensegmente, richten Sie Kampagnenautomatisierungen ein, stimmen Sie Ihre Angebotsstrategien segmentübergreifend ab und versehen Sie Assets mit Tags für die Attribution. 

1. bis 31. Mai: Werben Sie bei treuen Kund*innen mit Teasern für den Early Access. Führen Sie prädiktives Scoring durch, testen Sie Betreffzeilen in A/B-Tests und testen Sie Automatisierungen. 

1. bis 14. Juni: Starten Sie Ihre umfassende Omnichannel-Awareness-Sequenz. Beginnen Sie mit der täglichen Überwachung von Kund*innenaktivitäten. 

24 bis 48 Stunden vor dem Prime Day: Rollen Sie den roten Teppich aus, indem Sie für VIP-Kund*innen und Mitglieder des Treueprogramms Early-Access-Fenster einrichten. Zeigen Sie Mitgliedern Ihres Treueprogramms Erinnerungen zu ihrem Punktestand. 

Prime Day-Woche: Jetzt geht’s los! Da alle laufenden Maßnahmen jetzt live gehen, können Sie mit Optimierungen während der laufenden Kampagne beginnen. Beobachten Sie die Kund*innenaktivitäten und passen Sie Anzeigengestaltungen oder Ausschlusslisten für Segmente mit schwacher Performance an.

Nach dem Event: Analysieren Sie die Attribution nach Segment und Kanal. Bewerten Sie Neukund*innen hinsichtlich ihres Lifetime Value. Überführen Sie Kund*innen auf Basis ihrer Bewertung in langfristige Nurturing-Programme. Leiten Sie abgewanderte Kund*innen zu Re-Engagement-Maßnahmen weiter.

Zeit darüber hinaus: Nutzen Sie die Daten und Insights, um die Cyber Week zu planen. Außerdem können Sie damit Ihre Argumente für das Budget im 4.Quartal untermauern. 

Wer sich für Wettbewerbstaktiken interessiert und mehr erfahren möchte, kann mich gerne auf LinkedIn anschreiben.  

Von Marketer zu Marketer: Viel Glück und viel Erfolg mit Ihrer Strategie! 

Benchmarks für 2026: Der Engagement Index, Deutschland

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