Markentreue im Wandel: Sechs Trends, die die Kund*innenloyalität 2026 neu definieren

Key-Takeaways:

Loyalität ist ein zerbrechliches Gut.  Bei der „wahren Loyalität“ ist zum ersten Mal seit fünf Jahren ein Rückgang zu verzeichnen. Außerdem wechseln Konsumierende heute so schnell wie nie die Marke, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden.

Trend-Loyalität verändert die Spielregeln. Es hat sich eine neue, von sozialen Medien geprägte Form der Kund*innentreue herausgebildet, die laut, schnell und emotional ist, aber selten dauerhaft Bestand hat.

Relevanz sorgt heute für Loyalität. Gewachsene, auf Tradition beruhende Loyalität, Renommee und Bonuspunkte haben nicht mehr denselben Stellenwert wie früher.

Die Personalisierungslücke lässt sich schließen. Grund für diese Lücke sind isolierte Daten. Abhilfe können vernetzte Daten in Verbindung mit KI schaffen.

Markentreue ist nicht mehr das, was sie einmal war. Selbst namhafte Marken müssen mit ansehen, dass ihnen die Kundschaft schneller entgleitet als ein viraler TikTok-Trend. Bindungen, die einst unerschütterlich schienen, wirken nun brüchig und vergänglich.

Nachdem wir fünf Jahre lang die Kund*innentreue bei Tausenden von Verbrauchenden in fünf Märkten beobachtet haben, lassen die Daten ein klares Bild erkennen. Wir stehen am Beginn des Engagement-Zeitalters, in dem man sich Loyalität durch Relevanz, Beständigkeit und eine sinnvolle Beziehung kontinuierlich verdienen muss. Marken, die die neue Dynamik verstehen und auf sie reagieren, erzielen weiterhin Zuwächse.

Hier erfahren Sie, was sich ändert und was Marketingverantwortliche im Jahr 2026 über Brand-Loyalty-Trends wissen müssen.

Erfahren Sie, was 2026 tatsächlich zu mehr Kund*innentreue führt

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Warum es 2026 schwieriger sein wird, Markentreue zu gewinnen

Kund*innen haben mehr Auswahl, mehr Informationen und mehr Gründe, sich anderweitig umzusehen, als noch vor Kurzem. Wirtschaftliche Unsicherheit, Trends in den sozialen Medien und eine Flut konkurrierender Produkte führen dazu, dass selbst zufriedene Kund*innen abwandern, sobald etwas Passenderes ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Das Ergebnis ist eine Loyalty-Landschaft, die oberflächlich betrachtet solide wirkt, im Inneren jedoch äußerst instabil ist.

Das Loyalitätsparadoxon
Auf den ersten Blick scheint sich die Markentreue wieder zu erholen. Unter der Oberfläche zeigt sich jedoch ein Rekordrückgang bei der wahren Loyalität.

 
68%
 
der Verbrauchenden geben an, dass sie bestimmten Marken treu sind, was einem Rückgang auf das Niveau von vor 2022 entspricht.
Wahre Loyalität

5%
 
Seit 2024 ist dies der stärkste Rückgang innerhalb eines Jahres seit Beginn der Erfassung vor fünf Jahren.
Quelle
SAP Customer Loyalty Index 2025

Marketer, die Loyalität eher als einmaliges Kampagnenziel denn als langfristige Strategie betrachten, müssen mit ansehen, wie ihre hart erkämpfte Kundschaft abwandert. Derzeit gewinnen jene Marken an Boden, die jede Interaktion als Chance betrachten, sich die Loyalität ihrer Kund*innen immer wieder neu zu verdienen.

3. Relevanz gewinnt gegenüber Renommee an Bedeutung

Vererbte Loyalität, die auf Tradition und einem langfristig aufgebauten Ruf beruht, trägt Marken nicht mehr so, wie es früher der Fall war. Konsumierenden ist es egal, wie namhaft eine Marke ist, wenn sie für ihr Leben im Hier und Jetzt keine Bedeutung hat.

28%
 
der Verbrauchenden
Relevanz höher bewertet als Zuverlässigkeit

haben aus reiner „Langeweile“ die Marke gewechselt.

Quelle
SAP Customer Loyalty Index 2025

Erfolgreich sind heute Marken, die mit Beständigkeit, Wertigkeit und emotionaler Bindung überzeugen. Ein guter Ruf und ansprechende Ästhetik sind zwar nach wie vor hilfreich, reichen aber selten allein aus. Kund*innen bleiben gegenüber den Marken loyal, die im richtigen Moment das richtige Produkt, die richtige Botschaft und das richtige Erlebnis bieten.

Für Markenverantwortliche bedeutet das: Statt in altbewährte Marken-Storytelling-Strategien sollten sie verstärkt in stets neue, kontextbezogene Erlebnisse investieren. Mit automatisch ausgelösten Journeys wie Replenishment-Erinnerungen und personalisierte Angebote können Sie beweisen, dass Sie das Timing und die Bedürfnisse Ihrer Kund*innen verstehen. Und genau das sorgt dafür, dass sie Ihnen treu bleiben.

4. Loyalität sieht je nach Generation anders aus

Eine einzelne Loyalitätsstrategie ist heute in jedem Fall nicht mehr zielführend. Die Faktoren, die zu Kund*innentreue führen, unterscheiden sich je nach Altersgruppe so stark voneinander, dass jede Kampagne, die alle wie eine einzige Zielgruppe behandelt, bei den meisten Menschen auf taube Ohren stößt.

Welche Faktoren Einfluss auf die Loyalität der verschiedenen Generationen haben:

 

Faktor
Gen Z
Millennials
Gen X
Boomer
Stille Generation
Produktqualität
45%
49%
58%
64%
73%
Kund*innenservice
34%
43%
48%
56%
67%
Rabatte und Prämien
42%
45%
49%
53%
56%
Personalisierung
31%
28%
21%
17%
13%

Die Generation Z legt vor allem Wert auf Personalisierung, gemeinsame Werte und emotionale Verbundenheit. Babyboomer und die stille Generation legen großen Wert auf Produktqualität und Kund*innenservice. Millennials liegen irgendwo dazwischen und versuchen, emotionale Anreize mit praktischen Erwägungen in Einklang zu bringen.

Geeignete Maßnahmen lassen sich ganz unkompliziert umsetzen. Unterteilen Sie die Loyalty Journeys nach Generationen und berücksichtigen Sie dabei, was jede Gruppe tatsächlich als wichtig erachtet. Eine Rabattaktion, die einen Babyboomer begeistert, könnte auf eine Kundin der Generation Z, die sich als Individuum verstanden fühlen möchte, unpersönlich wirken. Nutzen Sie KI, um Kanalpräferenzen, den Tonfall der Botschaft und die Art des Angebots auf die jeweilige Zielgruppe abzustimmen.

5. Die Personalisierungslücke wächst

Wenn man andere Trends auf ihre Ursachen zurückführt, gelangt man zum gleichen Ergebnis: Die meisten Marken haben nach wie vor Schwierigkeiten, das personalisierte Erlebnis zu bieten, das Verbrauchende erwarten. Die Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität ist ein wesentlicher Grund dafür, dass Marken an Loyalität verlieren.

84%
 
der marken
Die Differenzierungslücke
schaffen es nicht, sich durch Personalisierung deutlich von ihren Wettbewerbern abzuheben
quelle
SAP Customer Loyalty Index 2025

Die Hauptursache dafür sind fast immer nicht miteinander verknüpfte Daten. Wenn Kund*innensignale in Datensilos über E-Mail, Web, App, Filiale und Service hinweg verstreut sind, wird selbst die ausgefeilteste Kommunikation keine Erlebnisse hervorbringen, die sich stimmig und persönlich anfühlen. Das Ergebnis sind Markeninteraktionen, die generisch und repetitiv wirken oder – schlimmer noch – den Eindruck vermitteln, dass Kund*innen überhaupt nicht verstanden werden.

Um diese Lücke zu schließen, müssen zunächst Kund*innendaten über alle Touchpoints hinweg zusammengeführt und anschließend mit prädiktiver KI ergänzt werden, um im richtigen Moment die richtige Nachricht zu übermitteln. Marken, die ihre Daten miteinander verknüpfen und sie für Echtzeit-Interaktionen nutzen, werden auch 2026 kontinuierlich Loyalität gewinnen.

6. Batch-and-Blast-Marketing schadet der Loyalität

Generisches Massen-Messaging ist mittlerweile nicht mehr nur ineffektiv. Es untergräbt inzwischen aktiv die Loyalität, die Marken mühsam aufgebaut haben. Daten zu den Gründen für die Unzufriedenheit von Kund*innen belegen dies eindeutig.

23%
 
der Verbrauchenden

Die Kosten von Batch-and-Blast

geben an, dass Batch-and-Blast-Marketing ihre Loyalität aktiv beeinträchtigt.
Die größten Treue-Disruptoren im Jahr 2025
Was Kund*innen von den Marken wegtreibt, denen sie einst vertraut haben.

Geringere Produktqualität
54%
 

Preissteigerungen
49%
 

Schlechter Kund*innenservice
47%
 

Unverantwortlicher Umgang mit Daten
34%
 

Irreführende Werbung
32%
 
Quelle
SAP Customer Loyalty Index 2025

Kund*innen erkennen generische E-Mails oder pauschale Push-Benachrichtigungen nach dem Gießkannenprinzip in Sekundenschnelle. Jeder einzelne dieser Faktoren untergräbt das Vertrauen. Und wenn das Vertrauen einmal ins Wanken gerät, schwindet auch die Loyalität schnell. Die Marketingverantwortlichen, die nach wie vor auf wöchentliche Massen-Newsletter als ihre wichtigste Engagement-Taktik setzen, werden dafür mit sinkenden Öffnungsraten und einer schleichenden Abwanderung bestraft.

Der erforderliche Wandel besteht darin, von pauschalen Sendungen zu einer trigger- und verhaltensorientierten Kund*innenansprache überzugehen. Ersetzen Sie Massen-Mailings durch personalisierte Customer Journeys, die auf das tatsächliche Verhalten der Kund*innen reagieren – sei es beim Stöbern, Kaufen, Abwandern oder Zurückkehren. Mithilfe von Echtzeitdaten und KI-gestützten Entscheidungen können Sie individuelle Kund*innen mit Nachrichten erreichen, die als zeitnah und relevant empfunden werden.

Erfahren Sie, was 2026 tatsächlich zu mehr Kund*innentreue führt

Hero Global Ai In Retail Report 2025 De Ec 01