Soziale Medien werden 2026 nicht mehr so aussehen wie 2025. Die Plattformen sind dieselben geblieben, doch die Verhaltensweisen, die sie prägen, haben sich grundlegend verändert. Verbrauchende suchen in Social-Media-Apps statt in Browsern, kaufen Produkte, weil sie gerade im Trend liegen (und lassen sie ebenso schnell wieder links liegen), und ignorieren KI-generierte Inhalte, die ihnen nicht relevant erscheinen.
Für Marketer bringen diese Veränderungen sowohl Handlungsdruck als auch neue Chancen mit sich. Doch nicht die lautesten Marken werden sich behaupten. Es werden die Marken sein, die verstehen, was sich tatsächlich verändert, und ihre Engagement-Strategie entsprechend anpassen.
Hier sind fünf Prognosen, die unserer Meinung nach in diesem Jahr die sozialen Medien prägen werden.
1. Socia-Media-Plattformen werden zur wichtigsten Suchmaschine
Google wird zwar nicht so schnell verschwinden, doch für immer mehr Verbrauchende ist der Suchmaschinenriese nicht mehr der erste Anlaufpunkt. Jüngere Zielgruppen nutzen TikTok, Instagram und YouTube bereits als Suchmaschinen für Produktrecherchen, Empfehlungen und Anleitungen. Laut dem „Global Engagement Index 2026“ von SAP kaufen mittlerweile 26 % der Verbrauchenden direkt über Social-Media-Apps ein; bei der Generation Z steigt dieser Anteil auf 43 %.
Für Marketingverantwortliche bedeutet das eine grundlegende Veränderung. Inhalte müssen so optimiert werden, dass sie nicht nur bei Google, sondern auch auf Social-Media-Plattformen leicht auffindbar sind. Das heißt, Bildunterschriften und On-Screen-Texte mit natürlich formulierten Keywords zu schreiben, Video-Content im Hinblick auf konkrete Fragen zu strukturieren und jeden Beitrag als potenzielles Suchergebnis zu betrachten.
Hier haben bereits die Marken einen Vorsprung, die ihre Content-Strategie für Social Media mit ihren Kund*innendaten verknüpfen und deshalb genau wissen, wonach ihre Zielgruppe wo sucht.
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Wie Verbrauchende Produkte entdecken 26 % der Verbrauchenden shoppen in Social-Media-Apps 43 % gehören der Generation Z an
Wo Verbrauchende am liebsten shoppen SAP Global Engagement Index 2026 |
Wo Marken interagieren
Der Channel-Gap Verbrauchende shoppen in sozialen Medien. Die meisten Marken haben diesen Trend noch nicht erkannt. SAP Global Engagement Index 2026 |
3. Die Sättigung des Marktes mit KI-Inhalten wird einen Wendepunkt erreichen
Inzwischen nutzt fast jedes Marketingteam KI. Unsere Studie „Globaler Report zu KI im Einzelhandel“ hat ergeben, dass 92 % der Marketingverantwortlichen KI-Tools einsetzen. Die meisten von ihnen nutzen sie zur Kampagnenoptimierung, zum Targeting von Kund*innen und zur Generierung von Inhalten.
Doch hier liegt die Diskrepanz: 44 % der Verbrauchenden sind immer noch der Ansicht, dass die Marketing-E-Mails, die sie erhalten, nicht relevant sind. Die Kluft zwischen dem verbreiteten Einsatz von KI und ihrer tatsächlichen Relevanz für die Kundschaft ist das bestimmende Social-Media-Spannungsfeld im Jahr 2026.
Problematisch ist nicht die KI an sich. Vielmehr geht es darum, wie sie eingesetzt wird. Wenn jede Marke Zugriff auf dieselben generativen Tools hat, verschwimmen die Ergebnisse zunehmend. Die Feeds werden mit Inhalten überschwemmt, die zwar professionell aussehen, aber überhaupt nichts aussagen. Als Reaktion darauf wenden sich Verbrauchende zunehmend Stimmen zu, die menschlich wirken, eine klare Meinung vertreten und genau auf ihre Interessen zugeschnitten sind.
Für Social-Media-Teams bedeutet dies, dass KI die Strategie unterstützen sollte (Zielgruppen-Insights, Timing, Personalisierung), anstatt kreative Inhalte zu ersetzen. Im Jahr 2026 werden sich die Marken durchsetzen, die KI nutzen, um ihre Kundschaft besser zu verstehen, und nicht nur, um schneller mehr Content zu produzieren.
Was diese Prognosen für Marketer bedeuten
Was sich als roter Faden durch alle fünf Prognosen zieht, ist Folgendes: eine Verlagerung von Reichweite hin zu Relevanz. Soziale Medien belohnen im Jahr 2026 Marken, die ihre Kundschaft kennen, in Echtzeit auf Signale reagieren und Social-Media-Engagement mit der gesamten Customer Journey verknüpfen.
Mit unverbundenen Tools und fragmentierten Daten ist das nur schwer zu bewerkstelligen. Darum investieren führende Marken in Omnichannel Customer Engagement-Lösungen, die Kund*innendaten vereinheitlichen, Customer Journeys automatisieren und mithilfe von KI jede Interaktion personalisieren – ganz gleich, ob diese in der Inbox, in einer App oder in einem Social-Media-Feed stattfindet. Die Chance ist da – und mit der richtigen Strategie können Sie sie nutzen.